Häufige Fragen

Wie funktioniert das überhaupt?

Die wichtigsten Fragen rund um Baugemeinschaft, Finanzierung, Eigentum und Bauablauf — kurz und ehrlich beantwortet. Wenn etwas fehlt, schreiben Sie uns.

Grundlagen

Was ist eine Baugemeinschaft eigentlich?

Eine Baugemeinschaft ist eine Gruppe von Menschen, die gemeinsam ein Mehrfamilienhaus bauen — als eigene Bauherren, ohne Bauträger dazwischen. Jede Familie hat am Ende eine Eigentums­wohnung im fertigen Haus.

Im Vergleich zum Bauträger entfallen Maklerkosten und Bauträger-Marge. Im Gegenzug tragen die Mitglieder das Bau-Risiko gemeinsam und müssen mehr Entscheidungen selbst treffen.

Wer steht hinter Quartier 33F?

Initiatorin und planende Architektin ist Prof. Silke Flaßnöcker. Sie zieht selbst mit ihrer Familie in das Projekt ein und ist damit am gleichen Kostenrisiko beteiligt wie alle anderen Mitglieder. Die Baugruppe ist als eGbR organisiert; weitere Familien sind bereits aufgenommen, weitere werden gesucht.

Wie groß ist das Projekt?

Insgesamt entstehen 9 Wohneinheiten — 8 Wohnungen plus ein Apartment — verteilt auf zwei Hausgemein­schaften (Filterstraße 7 / Papenstraße 34 und Böttcherstraße 12). Die Wohnflächen reichen von ca. 44 m² (Apartment) bis ca. 142 m² (5-Zimmer-Wohnung).

Wie ist der aktuelle Stand?

Die Baugenehmigung wurde am 06. Dezember 2025 erteilt (Lph 4 abgeschlossen). Wir steigen jetzt in die Entwurfsplanung ein, vergeben Gewerke und nehmen weitere Mitglieder auf. Geplante Fertigstellung: Dezember 2027.

Finanzen & Förderung

Was kostet eine Wohnung?

Eine Baugemeinschaft kennt keinen Festpreis. Die tatsächlich angefallenen Kosten werden nach Fertigstellung nach einem festgelegten Schlüssel auf die Wohnungen umgelegt. Wohnungen im Erdgeschoss sind günstiger als die in den Obergeschossen, größere Wohnungen tragen anteilig mehr.

Konkrete Zahlen besprechen wir gerne im persönlichen Gespräch. Bitte kontaktieren Sie uns, wenn Sie ernsthaftes Interesse haben.

Wie hoch sollte mein Eigenkapital sein?

Erfahrungsgemäß sollten Sie mit mindestens 20% Eigenkapital rechnen. Die genaue Höhe hängt von Ihrer Einkommens­situation ab und wird im Rahmen der Bonitätsprüfung bei der GLS-Bank ermittelt.

Warum die GLS-Bank?

Wir haben unser Finanzierungsmodell mit der GLS-Bank Bochum abgestimmt; sie kennt das Modell der Baugruppe und begleitet das gesamte Vorhaben. Voraussetzung für die Aufnahme ist, dass jedes Mitglied bei der GLS-Bank finanziert. Das vereinfacht die gesamtgemein­schaftlichen Sicherungen erheblich.

Welche Förderungen gibt es?

Wir streben den Standard „Effizienzhaus 40 / Klimafreundliches Wohngebäude" an. Damit sind zinsverbilligte KfW-Kredite von bis zu 150.000 € pro Wohneinheit möglich. Die Bauweise (Holz, Wärmepumpe, kontrollierte Lüftung mit WRG) ist bereits darauf ausgelegt.

Wie laufen die Zahlungen?

Während des Baus zahlen Sie Raten nach Baufortschritt — angelehnt an die Makler- und Bauträger­verordnung, mit der GLS-Bank verbindlich abgestimmt. Nach Schlussabrechnung wird die tatsächliche Wohnfläche nach WoFlV gemessen, Sonderwünsche werden individuell verrechnet.

Eigentum & Recht

Werde ich am Ende wirklich Eigentümer:in?

Ja. Während der Bauphase sind Sie Gesellschafter:in der GbR. Nach Fertigstellung wird die eGbR in eine Gemeinschaft nach dem Wohnungs­eigentumsgesetz (WEG) umgewandelt. Sie besitzen dann eine Eigentums­wohnung wie jede andere, mit eigenem Grundbuchblatt.

Was, wenn ich vorzeitig aussteigen will?

Der Gesellschaftsvertrag regelt diesen Fall. Grundsätzlich ist ein Wechsel möglich, sofern eine Nachfolgepartei gefunden wird, die die GLS-Bank-Bonität erfüllt. Wir besprechen das gemeinsam — eine Baugruppe lebt davon, dass alle bleiben, aber Lebenssituationen ändern sich.

Wie sieht es mit der Grunderwerbssteuer aus?

Aktuell ist die Handhabung der Grunderwerbssteuer durch das Finanzamt für Mitglieder, die nach dem Grundstückskauf in die GbR eintreten, nicht abschließend geklärt. Im ungünstigsten Fall können hier Zusatzkosten von 6% auf den Wohnungs-Anteil entstehen. Wir gehen damit transparent um.

Bauen & Wohnen

Warum Holzbau?

Holz speichert CO₂ statt es freizusetzen, lässt sich präzise vorfertigen, kürzt die Bauzeit und schafft ein angenehmes Raumklima. Innerhalb des UNESCO-Welterbes ist die Außenhaut als Putzfassade auf Holzwerkstoff­platten ausgeführt — von außen unauffällig, im Inneren mit sichtbaren Holzdecken.

Kann ich meinen Grundriss selbst gestalten?

Innerhalb des Tragwerks ja. Nichttragende Trennwände, die Position von Bädern (innerhalb der Schächte), Bodenbeläge und sanitäre Ausstattung lassen sich individuell festlegen. Das geschieht in einem 5-stufigen Verfahren mit der Architektin (Plan A bis E). Mehrleistungen werden individuell abgerechnet.

Gibt es einen Aufzug?

Aktuell nicht in der budgetierten Planung. Allerdings sind Rahmen­bedingungen und Raumbedarf für zwei Aufzüge bereits berücksichtigt — ein nachträglicher Einbau ist konstruktiv möglich. Alle Erdgeschoss-Wohnungen sind barrierefrei zugänglich.

Wie wird geheizt?

Über elektrische Wärmepumpen mit einem gemeinsamen Erdwärmesonden­feld („kaltes Nahwärmenetz"). In den Wohnungen kommt Fußboden­heizung mit Einzelraumregelung zum Einsatz; Bäder erhalten zusätzlich Heizkörper als Handtuchtrockner. Jede Wohnung hat eigene Wasser- und Wärmemengenzähler.

Gibt es Stellplätze?

Auf dem Grundstück Böttcherstraße 12 entstehen zwei Stellplätze für privates Carsharing bzw. zum kurzzeitigen Halten zum Be- und Entladen. Geschützte Abstellflächen für Lastenräder und Fahrräder sind eingeplant. Wer auf einen eigenen Pkw verzichten kann, sollte das tun — der Standort ist optimal angebunden.

Gemeinschaft

Wie viele Treffen gibt es?

Während der Planungsphase etwa alle 4 bis 6 Wochen ein Gruppentreffen, ergänzt durch Werkstatt­gespräche zu einzelnen Themen (Holzbau, Energie, Außenanlagen). Während der Bauphase weniger inhaltliche, mehr operative Termine. Wer nicht jedes Mal kommen kann, ist trotzdem willkommen — wichtige Beschlüsse werden vorbereitet und protokolliert.

Was sind die Gemeinschafts­flächen?

Im Erdgeschoss ein Co-Working-Raum (~21 m²) und ein Multifunktionsraum (~14 m²). Im Innenhof ein Garten mit Spielplatz, Hochbeeten für Urban Gardening und einem Ort zum gemeinsamen Essen unter Bäumen. Die genaue Nutzung gestalten die Hausgemein­schaften gemeinsam aus.

Was passiert nach dem Einzug?

Die zwei Hausgemein­schaften werden separate Rechtseinheiten nach WEG, mit eigener Hausverwaltung und Instandhaltungs­rücklage. Wir streben an, dass beide Häuser möglichst unabhängig über Instandhaltung und kleinere Maßnahmen entscheiden können.

Glossar — kurz erklärt

Baugemeinschaft
Gruppe von Privatpersonen, die gemeinsam als Bauherrin auftritt und am Ende Eigentums­wohnungen besitzt. Kein Bauträger.
eGbR
Eingetragene Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Unsere aktuelle Rechtsform während der Bauphase.
WEG
Wohnungseigentumsgesetz. Nach Fertigstellung wird die GbR in eine WEG-Gemeinschaft umgewandelt.
KfW Effizienzhaus 40
Förderstandard der Kreditanstalt für Wiederaufbau für besonders energieeffiziente Neubauten — Voraussetzung für zinsverbilligte Kredite.
QNG
Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude. Zusätzliche Anforderungen an Nachhaltigkeit für höchste Förderstufen.
Lph 4
Leistungsphase 4 nach HOAI: Genehmigungsplanung. Wir haben sie 12/2025 abgeschlossen.
WoFlV
Wohnflächen­verordnung. Regelt, wie Wohnfläche zu berechnen ist (z.B. Balkone zu 50%).